Stellungnahme: der Übersicht zum Änderungsbedarf im Jugendarrestvollzugsgesetz

Nordrhein-Westfalen 18.10.2016

Zunächst begrüßen wir aus Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Jugendhilfe die angedachten Änderungen im Jugendarrestvollzugsgesetz. Es scheint von besonderer Bedeutung, gerade die wenig repräsentierte Gruppe der jugendlichen Rechtsbrecher in die Änderungen des Vollzugsgesetzes zu integrieren.
Die angedachten Veränderungen umfassen zum Einen gesundheitsfördernde Aspekte im Strafvollzug, sowie psychosoziale Faktoren der Inhaftierten. Diese Aspekte werden jedoch nur geringfügig im Änderungsentwurf impliziert.

Der Aspekt der Gesundheit und der damit verbundenen Gesundheitsförderung sollte im Kontext des Strafvollzugs gezielt betrachtet werden, um Haftschäden zu vermeiden. Die Weltgesundheitsorganisation definierte 1948 den Begriff „Gesundheit“ wie folgt: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitsstandes zu erfreuen, ist eines der Grundrechte jedes Menschen...“ (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2003, S.53; zitiert nach Schwarz & Stöver, 2010, S. 29).
Das Konzept der Gesundheitsförderung bezieht sich auf das Prinzip der Salutogenese nach Antonovsky. Die Gesundheitsförderung ist demnach ein Programm sozialer Veränderung, welches die Weiterentwicklung von Organisationen ebenso umfasst, wie die Entwicklung persönlicher Fähigkeiten (Stöver, 2009; zitiert nach Schwarz & Stöver, 2010). Das Gefühl der Selbstbestimmung und der Mitgestaltung kann zu einer positiven Identitätsentwicklung beitragen. Antonovsky setzt den Stellenwert des Kohärenzgefühls in den Mittelpunkt und bringt diesen in Verbindung mit dem Erhalt von Gesundheit. Jedoch liegen zahlreiche Anhaltspunkte und Belege für die schädigenden Auswirkungen des Freiheitsentzugs vor.

→ zur Stellungnahme (pdf)

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